Liebe Filmfreunde, herzlich willkommen bei den 13. Tagen des Ethnologischen Films!

 

Auch die 13. Tage des Ethnologischen Films finden wieder in den Monopol-Kinos am Nordbad statt. An dieser Stelle herzlichen Dank an Christian Pfeil und Markus Eisele und ihrem Team für die gute Zusammenarbeit. Die Filmauswahl führt dieses Jahr von Afrika über Asien nach Nordamerika und bietet ein breites Spektrum an kulturellen und sozialen Begegnungen mit den Völkern außerhalb Europas.

Eröffnet werden die 13. Tage des Ethnologischen Films mit dem Film „Exit 16: Onondaga Nation Territory“ von Claus Biegert, der sich schon seit langen Jahren mit den indigenen Völkern Nordamerikas befasst. In „Exit 16“ geht es um ein einzigartiges Gebiet der Indianer im Staat New York, in dem sie ein völlig unabhängiges Leben führen können. Die andere Seite der USA zeigt der Film über Leonard Peltier, ein Aktivist des American Indian Movement, der seit 1976 nach einem fragwürdigen Prozess im Gefängnis sitzt. Er erfährt sehr viel Solidarität und Unterstützung von einer aufgeklärten Öffentlichkeit.

Dazu zeigen wir einen der ersten Filme, der über Indianer gedreht wurde Im Lande der Kriegskanus von Edward Curtis.
Auf vielfachen Wunsch nehmen wir außerdem den schon zum „Ethno-Klassiker“ gewordenen Film von Michael Oppitz „Schamanen im blinden Land“ erneut in unser Programm. Der Film zeigt auf, dass es auch Heilung außerhalb unserer Schulmedizin gibt.

Unterschiedliche Aspekte des Lebens in Asien verdeutlichen die Filme „Price of Gold“ von Sven Zellner über den Goldrausch in der Mongolei und „Soul of Zen“ von Tim Graf und Jakob Montrasio, in dem das Leben in den japanischen Zen-Klöstern mit der Katastrophe in Fukushima konfrontiert wird.

 

 

Dass in Indien auch eine andere gesellschaftliche Stellung der Frau möglich ist, zeigen die beiden Dokumentationen „Die Tochter der sieben Hütten“ und „Die Tochter – eine Clansaga aus dem Matriachat der Khasi“ von Uschi Madeisky, Daniela Parr und Klaus Werner, die im Abstand von 13 Jahren gedreht wurden.

Ihre Sicht der Dinge in Afrika bekunden die afrikanischen Regisseure Sara Bouyain in „Unsere Fremde“ und Jean-Marie Teno in „Sacred Places“.

Die Musik hat immer einen hohen Stellenwert in unserem Programm. In Transmitting von Christoph Hübner kommt es zu einer Verbindung von europäischen Jazz und traditioneller marokkanischer Musik.
In Klaus Voswinckels Film „Der göttliche Trommler“ kommt es zu einem aufregenden interkulturellen Dialog, als sich der ranghöchste Trommler von Ghana und eine in Berlin lebende amerikanische Schlagzeugerin begegnen.

Die Filmauswahl der 13. Tage des Ethnologischen Films möchte Sie wieder dazu anregen, sich auf ungewohnte Begegnungen mit dem Fremden einzulassen. Unser Anliegen ist es, ein Forum für den lustvollen Umgang mit dem Anderen zu sein, Neugierde zu wecken und neue Aussagen zu wagen. Die Filmemacher werden – soweit es möglich ist – zum Gespräch mit dem Publikum nach der Vorführung anwesend sein. Wir danken dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München für die finanzielle Unterstützung.

Unser Dank gilt auch den Verleihern und den Filmschaffenden.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und anregende Gespräche mit den Filmemachern!
Peter M. Neugart (Leiter der Tage des Ethnologischen Films)